Makrofotografie digital

Makrofotografie

Definiton, Abgrenzung und Einsatz: Die auch unter dem Begriff Nahfotografie bekannte Fotografieart, kommt vor allem bei Pflanzen und kleinen Tieren (z.B. Insekten) zum Tragen. Hierbei geht es vor allem darum, viele Details an dem zu fotografierenden Gegenstand bzw. Objekt zu erkennen. Das Gegenteil der Makrofotografie ist die Weitwinkelfotografie, bei der es weniger um das Detail, sondern mehr darum geht eine größtmögliche Übersicht vom zu fotografierenden Objekt zu bekommen. In der Makrofotografie werden kleine Motive formatfüllend abgebildet, erscheinen also auf dem Foto in einer beeindruckenden Größe. Viele Motive zeigen die kleine Tier- und Pflanzenwelt, aber auch Briefmarken- und Münzsammler bringen ihre besonderen Stücke durch die Makrofotografie ganz groß raus. Zudem spielt Makrofotografie in der Medizin- und Labortechnik eine ganz besondere Rolle.





Abbildungsmaßstab: Entscheidend ist also in der Makrofotografie der Abbildungsmaßstab, bei dem es sich um das Verhältnis der Bildgröße und der tatsächlichen Größe des Motivs handelt. Dazu ein Beispiel: Handelt es sich bei einem Foto um einen Abbildungsmaßstab von 1:10, dann ist das Motiv auf dem Foto zehn Mal kleiner als es in Wirklichkeit ist. Handelt es sich um den Abbildungsmaßstab 1:1, dann ist das Motiv auf dem Foto genauso groß, wie in der Realität. In der Makrofotografie wird mit Abbildungsmaßstäben im Bereich von 10:1 bis 1:10 gearbeitet. Vor allem in der Naturfotografie ist die Technik der Makrofotografie sehr weit verbreitet, da es gerade hierbei immer wieder darum geht, kleine Details von Tieren und Pflanzen ins rechte Licht zu rücken.

Ausrüstung für Makrofotografie

Echte Makrofotografie ist nur möglich, wenn der Fotograf über eine entsprechende Ausrüstung verfügt. Mit einer kleinen Kompaktkamera, die einen Makromodus bietet, lassen sich keine überzeugenden Ergebnisse erzielen.

Um echte Makrofotos aufnehmen zu können, benötigt der Fotograf eine Spiegelreflexkamera und ein Makroobjektiv, welches in der Lage ist, das Motiv 1:1 abzubilden. Ein Reizezoom mit Makromodus kann keine optimalen Ergebnisse erbringen. Für den Einsteiger, der sich in der Welt der kleinen Motive einmal ausprobieren möchte, reicht eine Einsteiger-Spiegelreflexkamera aus. Sie muss nicht zwingend einen Vollformatsensor haben, auch mit dem Cropfaktor der APS-C Sensoren gelingen gute Ergebnisse.

Das Makroobjektiv sollte keine zu kurze Brennweite haben, vor allem dann nicht, wenn Insekten fotografiert werden sollen. Diesen nähert man sich besser aus einiger Entfernung. Zu beachten ist, dass die meisten Makroobjektive für Vollformatsensoren konzipiert wurden. In diesem Fall muss die Brennweite mit dem Faktor 1,6 (bei APS-C) malgenommen werden. Für den Einstieg ist ein Makroobjektiv mit einer Brennweite von etwa 100mm (gerechnet auf das Vollformat) ideal. Dieses kann auch sehr gut für die Portraitfotografie verwendet werden. Es muss kein Originalobjektiv des Herstellers sein: Fremdhersteller liefern auch gute Optiken, die perfekt auf das jeweilige Kameramodell angepasst sind.

Des Weiteren wird ein stabiles Stativ und ein Draht- oder Kabelauslöser benötigt, um Verwacklungen zu vermeiden. Die Herausforderung bei der Makrofotografie besteht unter anderem aus der Schaffung der richtigen Lichtverhältnisse. Wegen der starken Abblendung und des Verlängerungsfaktors benötigt die Makrofotografie sehr viel Licht. Da die Mittagssonne das beste und vor allem kostengünstigste Licht bietet, gilt die Makrofotografie auch als Schönwetterhobby.

 

Objektive für die Makrofotografie

Objektive, die für die Makrofotografie eingesetzt werden, gehören in die Kategorie Spezialobjektive. Sie werden so gut wie nie im Kit mit einem Body verkauft und haben nur begrenzte Einsatzmöglichkeiten. Neben der Makrofotografie kann dieses Spezialobjektiv sehr gut für die Portraitfotografie eingesetzt werden.

Ein Makroobjektiv zeichnet sich durch den Abbildungsmaßstab 1:1 aus. Dies bedeutet, dass auch sehr kleine Objekte formatfüllend abgebildet werden. Sie nehmen die gesamte Fläche des Sensors ein und können entsprechend vergrößert werden. Bei Pflanzen oder Insekten, aber auch bei Briefmarken oder Münzen werden feinste Details sichtbar.

Ein gutes Makroobjektiv hat neben dem Abbildungsmaßstab 1:1 eine Festbrennweite und damit verbunden eine recht hohe Lichtstärke, als Standard hat sich f2.8 durchgesetzt. So kann auf den Einsatz eines Blitzes verzichtet werden. Der Kamerablitz oder ein Aufsteckblitz eignen sich ohnehin nicht für die Makrofotografie, zur Ausrüstung sollte ein spezieller Ringblitz gehören, der das Motiv optimal um die Linse herum ausleuchtet.
Für den Einstieg ist eine mittlere Brennweite von 80 bis 100mm zu empfehlen. Mit dieser können auch scheue Tiere in ausreichendem Abstand fotografiert werden. Es gibt auch kleinere Brennweiten von 50mm, und auch Tele-Makros mit einer Brennweite von 150mm und mehr werden angeboten. Diese sind sehr lichtstark, aber auch teuer, aus diesem Grund sind sie dem professionellen Fotografen vorbehalten.

Wichtig ist ein optischer Bildstabilisator vor allem bei langen Brennweiten, der bei der Verwendung eines Statives jedoch problemslos deaktiviert bleiben kann. Auch sollte man bedenken, dass man im Abbildungsmaßstab 1:1 häufig die manuelle Fokussierung für optimale Ergebnisse einsetzen sollte.


Für Nikon-Dslrs sind folgende Makroobjektive empfehlenswert:

Tamron 90mm f.2.8
Tokina 100mm f2.8
Nikon 105mm f2.8 VR
Sigma 150mm f2,8 EX DG Apo HSM
Sigma 180mm f3,5 Apo HSM
Tamron 180mm f3,5 Di SP AF



Tipps für gute Makrofotos

Eine Spiegelreflexkamera und ein gutes Makroobjektiv sind für einzigartige Ergebnisse sehr wichtig. Ebenso entscheidend für das Gelingen einer Aufnahme ist jedoch auch das richtige Motiv und ein guter Standort. Für die Makrofotografie eignen sich am besten Motive, die sich nicht schnell bewegen. In der Natur finden sich viele verschiedene Objekte, die sehr gut formatfüllend abgebildet werden können. Eine Biene, die auf einer Blüte sitzt, oder andere Insekten, die sich gerade in einer Ruhephase befinden, sind gute Objekte. Aber auch Früchte, Blumen oder Gräser können interessante Motive abgeben. Außerhalb der Natur stellen Münzen oder Briefmarken sehr gute Motive dar.

Ein gutes Makrofoto lebt von kleinen Details, die mit dem bloßen Augen nicht oder nicht so gut zu erkennen sind. Darauf sollte bei der Wahl des Motivs Wert gelegt werden. Der Fotograf sollte Zeit für die Motivsuche mitbringen, einen möglichst ungestörten Platz suchen und die Kamera auf ein Stativ stellen. Auch bei ausreichendem Licht ist dies wichtig, denn die besten Makrofotos entstehen bei manueller Fokussierung. So kann der Fotograf direkt auf die kleinen Details des Motivs scharf stellen und diese in den Mittelpunkt des Fotos zu rücken. Nach dem Fokussieren und vor der Auslösung sollte mit der Abblendtaste die Schärfentiefe überprüft werden. Durch das Anpassen der Blende kann die Schärfentiefe verändert werden. Mit einer kleinen Blendenzahl (große Blendenöffnung) wird eine geringe Schärfentiefe erreicht, das Motiv hebt sich sehr schön vom unscharfen Hintergrund ab, was bei Makrofotos besonders wichtig ist. Nach der Aufnahme kann das Foto auf dem Bildschirm sofort geprüft werden.